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Die kleine Seele Eryjon
(Teil1)

Eryjon lebte auf einem wunderschönen Planeten. Die Bewohner des Planten nannten ihn „Gottes Heimat“. Es ist der Ursprungsort aller Seelen und ihre Heimat. Jede Seele kommt von diesem Planeten und ihr ganzes Streben ist es, dorthin zurück zu kehren.

Auf „Gottes Heimat“ waren Blumen in herrlicher Pracht, Häuser, die Wärme, Licht und Geborgenheit ihren Bewohnern schenkten. Auf dem Planeten „Gottes Heimat“ lebten viele Seelen, die so waren wie Eryjon. Er war mit sich im Frieden und voller Liebe und Glückseligkeit.

Alles war im Miteinander und im Frieden vereint. Es gab dort keinen Kampf, keinen Neid, keinen Hass. Alle, die dort lebten, hatten viele irdische Leben erfahren und darüber Weisheit erhalten. Sie waren in ihrer Seele so sehr gewachsen, dass sie in die Heimat zurück gekehrt waren.

Eryjon lebte mit ihnen gemeinsam die allumfassende Liebe in der Einheit mit dem Göttlichen Sein. Er unterhielt sich oft mit dem Göttlichen Sein. Die Gespräche waren für ihn Bereicherung und Erfüllung auf höchster Ebene. Er fühlte sich angenommen und verstanden und unendlich geliebt.

Eines Tages als er wieder mit dem Göttlichen Sein sprach, teilte das Göttliche Sein ihm mit, dass er in sich die Reife, die Liebe und die Kraft besitze, auf den Planeten Erde zurück zu kehren, um dort mitzuwirken, dass Frieden und Liebe für alle Seelen geschehe, damit auch sie den Weg zum Planeten „Gottes Heimat“ finden könnten.

Eryjon wurde ganz aufgeregt. Er freute sich so sehr darüber, dass das Göttliche Sein ihm so sehr vertraute und so eine wundervolle und doch auch schwierige Aufgabe übergab. Seine Freude war unermesslich groß, da er sich wie das Göttliche Sein wünschte, dass alle seine Seelenbrüder und Seelenschwestern auf dem Planeten „Gottes Heimat“ vereint waren. So sagte er zu dem Göttlichen Sein, dass er bereit sei, die ihm gestellte Aufgabe zu erfüllen.

Das Göttliche Sein umarmte Eryjon und sagte ihm, dass er bei seiner Aufgabe niemals vergessen dürfe, wer er sei und woher er komme. Damit er dies nicht vergesse, sei es wichtig, noch einmal die gelebten Leben zu erfahren, indem das Göttliche Sein mit ihm gemeinsam die irdischen Leben, die er gelebt hatte, betrachte. So könne er sich zurück erinnern, wie er gefühlt und gedacht hatte im irdischen Leben. Darüber erst sei es ihm möglich, die Seelen, die auf Erden lebten, zu verstehen, um ihnen die Hilfe zu schenken, die sie brauchten, damit auch sie wachsen könnten. Das Göttliche Sein sagte ihm, dass über das Verstehen ihres Fühlens und Denkens nur er sie erreichen könne, um ihnen dann die Botschaft des Göttlichen Seins mitteilen zu können, in der Sprache, die die ihre sei.

Eryjon fragte, was es bedeute, er solle in ihrer Sprache mit ihnen sprechen. Das Göttliche Sein erklärte ihm, dass es die Sprache des jeweiligen Lernschritts sei, den die Seele machen möchte. Diese Sprache fließt aus dem irdischen Leben, welches der Mensch gerade lebt. Dass das irdische Leben oft nicht zulässt, die Erinnerung des Ursprungs zu leben.

Eryjon erklärte sich bereit, seine irdischen Leben zu betrachten und alle Gefühle und Gedanken noch einmal zu erfahren, damit er den Seelen, die im Irdischen gebunden waren, helfen könne, auf den Planeten „Gottes Heimat“ zu gelangen.

Ein wenig unangenehm wurde es Eryjon, da er sich vor dem fürchtete, was alles in der Rückschau auf ihn zukäme. Das Göttliche Sein spürte dies und nahm ihn an die Hand. Es sagte: „So wie ich dich jetzt an meine Hand nehme, habe ich während aller deiner irdischen Leben deine Hand gehalten und so bist du über meine Führung zu mir zurück gekehrt. Du wirst die Rückschau deiner irdischen Leben so erfahren, dass du meine Liebe, meine Führung und meinen Schutz immer spüren kannst“. Als Eryjon nun die Hand und die tröstlichen Worte des Göttlichen Seins erfuhr wurde er ganz ruhig und still. Er war bereit, nun seine irdischen Leben zu betrachten.

Auf einmal wurde er müde, ein Gefühl, das er lange schon nicht mehr gelebt hatte, er dachte, noch im Einschlafen begriffen: Das also ist Müdigkeit. Sie macht mich kraftlos und unfähig mich so zu bewegen, wie ich es mir wünsche. Das heißt, wenn die Seele im irdischen Leben in der Müdigkeit gefangen ist, fällt es ihr schwer, den Weg zum Göttlichen Sein zu tun, so muss ich ihr erst helfen, Kraft zu erhalten, damit sie sich über ihre Kraft spüren kann und so Verbindung zum Göttlichen Sein erfährt.

Dies war das letzte, was er erkannte, im nächsten Augenblick schon befand er sich an einem anderen Ort. Er hörte ein leises Schreien und sah wie eine Frau sich über einen neugeborenen Säugling beugte. Es war, als sei er in einem Film, bei der er der Hauptdarsteller ist, nur dass er es von Außen als Zuschauer betrachtete und doch die Gefühle des Hauptdarstellers erlebte. Er betrachtete den Raum ganz genau. Auf einmal wusste er, dass er sich in der irdischen Zeitrechnung im Jahre 1448 befand. Er wurde als einziger Sohn eines Bauern geboren. Eryjon sah, wie er heranwuchs und spürte die Gefühle des Kindes, welches er einst gewesen war. Das Kind hatte viel Wut in sich und einen starken Willen. Sein Vater und seine Mutter waren jedoch schwach. Sie waren mit der Art ihres Leben zufrieden, doch dem Kind war das nicht genug. Es wollte mehr erleben. Als es erwachsen war, sagte es zum Vater, dass es weggehen würde und der Vater alleine den Hof bearbeiten müsste. Der Vater bat ihn, dies nicht zu tun. Er hatte sich schon oft Sorgen um den Sohn gemacht, darüber, dass er seine Wut nicht kontrollieren konnte. Doch der Sohn blieb hart, sprach verletzende Worte aus der Wut heraus und verließ sein Zuhause. Auf seiner Reise kam er (Eryjon) in eine Stadt. Adlige hatten die Macht über jene Stadt und wollten ihren Reichtum erweitern. Die Soldaten sollten im Kampf für die Adligen ihre Gegner vernichten, damit die Adligen deren Hab und Gut erhalten würden. Er glaubte darüber Ruhm und Ehre und Reichtum zu erhalten. So viel Wut war in ihm, es war das Gefühl, nicht genügend erhalten zu haben, erhalten zu haben das, was ihm aus seiner Sicht betrachtet zustand. So glaubte der Mann, über den Kampf würde er es erhalten können. So sah er wie der Mann in den Kampf zog. Er sah wie er Menschen verletzte und ihnen großes Leid zufügte. Er spürte die Wut des Mannes, der kämpfte, um Ruhm zu erhalten. Doch er spürte auch die Angst des jungen Mannes und wie er mehr und mehr die Sinnlosigkeit des Kampfes erkannte. Mit dem Erkennen der Sinnlosigkeit spürte der Mann den Schmerz, welchen er seinem Gegner zugefügt hatte. Doch auch die Schmerzen des jungen Mannes, die er verspürte, dass er Menschen verletzt hatte. Er spürte, dass der junge Mann nicht mehr verletzten wollte und in diesem Moment wurde er selbst getroffen und sein irdisches Dasein war in jener Form beendet.

Das nächste, was Eryjon wahrnahm, war, dass er in wundervolles warmes Licht sich eingetaucht fühlte. Im Licht nahm er die Seelen der Eltern aus dem damaligen Leben wahr. Doch auch das Göttliche Sein war da. Er sah und hörte, wie das Göttliche Sein zu ihm sprach und sagte, dass er seine Lernerfahrung gut gemacht hatte. Er habe verstanden, dass Wut nicht der Weg des Friedens sei. So habe er alle Formen der Wut in dem Leben gelebt und die Göttliche Erkenntnis daraus gezogen, dass die Liebe den Frieden bringt. Dies machte ihn glücklich. Als nächstes hörte er, wie er aus dem Licht zu den Eltern sprach und sie um Vergebung bat für die Worte der Wut und sein irdisches Handeln. Die Seelen der Eltern teilten ihm mit, dass auch sie durch sein Handeln vieles hatten erfahren dürfen und so Wachstum erhalten hatten. Sie sagten ihm, dass Ausgleich nun zwischen ihnen sei. Eryjon spürte wie eine Welle des Friedens, der Liebe und der Freude ihn umspülte.

Im nächsten Augenblick erwachte er aus seinem Schlaf der Rückschau. Als er sich umsah, sah er das Göttliche Sein, welches seine Hand hielt und ihn liebevoll anlächelte. Er spürte tiefe Dankbarkeit. Das Göttliche Sein umarmte ihn und fragte ihn, ob er nun verstehe, wie wichtig es sei, dass er sich an die Gefühle und Gedanken im Irdischen erinnern könne. Eryjon hatte verstanden, durch das nochmalige Erleben jenes Lebens wusste er, dass er nun in der Kraft war, den Seelen im Irdischen zu zeigen, dass Wut kein Weg ist, sondern die Liebe den Frieden bringt. Er konnte sich erinnern, dass auch der Mann (er, Eryjon), aus dem damaligen Leben sich in der Wut unglücklich und verzweifelt gefühlt hatte, gar heimatlos und einsam. Doch er konnte sich noch an etwas ganz besonders erinnern: daran, dass das Göttliche Sein immer bei ihm gewesen war. In jenem Leben hatte er es nicht gespürt oder gar erkannt, aber aus der Sicht des Beobachters konnte er die Hand, die den Mann, der er einst gewesen war, gehalten hat, spüren. Es war die Hand des Göttlichen Seins, die dem Mann (ihm, Eryjon) Führung und Halt gegeben hatte, so dass er die ganze Zeit im Schutze und in der Liebe des Göttlichen Seins gewesen war.

Eryjon spürte unendliche Liebe und Dankbarkeit, dass er die Erfahrung der Wut in Begleitung des Göttlichen Seins hatte leben dürfen. Es war ein wichtiges irdisches Leben für ihn gewesen, welches dazu geführt hatte, dass er von jenem Moment an in der Liebe und im Frieden war.
Das Göttliche Sein fragte ihn ob er bereit sei, ein weiteres irdisches Leben zu betrachten, um die Erinnerung zu erhalten, die wichtig sein würde, damit er auf Erden zurück kehren könne, um den irdischen Seelen zu helfen.

Eryjon war bereit. Er spürte Müdigkeit und versank erneut in einen Schlaf…


 

Birgit Aulich
Heilerin, Medium
Baesweiler

 

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