Newsletter Nisarga.de vom 03. April 2011
Herausgegeben von Hermann R. Lehner
Du hast einen nächtlichen Traum. Er ist eine Illusion in dir. Sehen, Fühlen usw. sind da, und wenn du im Traum denken könntest, müsstest du glauben, du wärest diese Traumperson. Doch du bist in diesem Traum nicht enthalten. Du existierst darin nicht. Sobald du aufwachst, weißt du das zweifelsfrei.
Du kannst dir einen Tagtraum erschaffen. Auch hier weißt du ganz genau, dass du in diesem Gedankenspiel nicht enthalten bist. Du existierst darin nicht.
Dieses Leben ist nichts anderes als ein langer Traum. Du existierst darin ebenfalls nicht. Doch solange du glaubst, dass du eine Person bist, scheinst du darin zu existieren und nimmst diesen Traum für bare Münze. Das ist das „Ego“, das ist deine „Gefangenschaft“, deine „Bindung“.
Es ist der Verstand - dieser ständige Strom an Gedanken -, der diese (Traum-) Welt(en) ohne Unterlass kreiert. Er ist unersättlich. Was immer er bekommt oder erreicht, er wird immer mehr wollen und kreieren. Solange du ihm „hörig“ bist, bist du sein Sklave, gebunden an seine Vorstellungen, Wünsche und Sorgen.
Lass das Ego „sterben“, betrachte dich als nicht in dieser Welt existent. Nur so endet deine Bindung an diese fiktive Traumperson, die du glaubst zu sein und du wirst dein wahres Wesen erkennen: ER, ES, Selbst, Gott, Brahman, Paramatman, ungeteilt, ungebunden, unsterblich ... wie immer du es nennen magst.
Wer also bist du außerhalb all dieser Träume? Finde es heraus. Doch es lässt sich nicht „erdenken“ ...
„Im Verstand entstehen immer Unterschiede. „Das mag ich und das mag ich nicht“. Der Verstand ist ein verzwicktes Ding. Ihn zu bezwingen ist nicht leicht, aber wenn du ihn zerlegt hast [orig: zusammengelegt - to merge], oder ihn im Griff hast [put your feet on it], wird er keinen Widerstand leisten. Du kannst sagen, „Ich weiß, dass ich alles tun kann“, aber was ist damit gemeint? Wenn du ER bist, was gibt es für eine Notwendigkeit, irgendetwas zu tun? Heilige machen oft den Fehler des Wünschens und fallen zurück. Wenn der Verstand irgendetwas will, stehst du unter dem Einfluss des Verstandes, oder etwa nicht? Trenne dich von deinen Verstand [cut the mind]. Gedanken mögen kommen, aber es gibt nichts damit zu tun. Verstehen sollte auf diese Weise geschehen. „ER macht alles, Ich existiere nicht.“ Solange du existierst gibt es ein Ego, ein subtiles Ego, das bestehen bleibt. „
[Sri Ranjit Maharaj - Auszug aus „Illusion vs. Reality“]
Alles Liebe
Hermann R. Lehner
www.nisarga.de