Winterfrost
Steinbock
Das Jahresende nähert sich. Doch die eigentlichen
Feierlichkeiten wären – astronomisch und astrologisch gesehen – zur
Zeit der Wintersonnenwende. Am 21.12.2005 um 19.36 Uhr wechselt die
Sonne ins Tierkreiszeichen Steinbock. Dies ist der Moment im Jahr, an
dem die Tage beginnen, wieder länger zu werden. DAS LICHT KEHRT ZURÜCK.
Symbolisch wurde dies seit langen Zeiten in Form des Lichterfestes
begangen. An den Weihnachtsbäumen stecken wir noch heute viele, viele
Kerzen an und in den Fenstern leuchten Lichterketten: Das Licht wird
gefeiert und mit ihm der Sieg über die Dunkelheit.
Im Jahreslauf wird in der Zeit des Steinbocks deutlich, dass sich die
tief ins Innere zurück verlagerten Lebenskräfte nun neu formieren
können. Formgebung ist ein wichtiges Stichwort für das Zeichen
Steinbock und den mit ihm verwandten Planeten Saturn.
Bestenfalls geben wir nun den Dingen Form, die wir als wirklich wichtig
erachten. Bestenfalls nützen wir die kalten Tage mit ihrer Tendenz zur
Verinnerlichung und Häuslichkeit für eine Innenschau: Was ist bedeutsam
in unserem Leben, was ist nötig, was muss sein? Was können wir
weglassen?
Nicht umsonst werden zu Sylvester gerne Vorsätze ausgesprochen, was im neuen Jahr anders und möglichst besser werden soll.
Steinbockenergie kann hier helfen, Illusionen loszulassen, schlechte
Gewohnheiten zu verlassen, zu vereinfachen und mit mehr
Selbstverantwortung und Klarheit weiter zu gehen. In diesem Sinne lohnt
es sich sehr, einmal eine Liste zu erstellen über das, was gut läuft im
Leben (was unbedingt gefeiert werden sollte), und über das Negative.
Wenn es veränderbar ist, welche (noch so kleinen) Schritte könnten
gemacht werden, um die Lage zu verbessern?
Steinbock sagt, dass das Glück in den eigenen Händen liegt, dass wir
autonome Wesen sind, die ihre Sichtweisen selbst gestalten. In diesem
Sinne könnte das scheinbar Unveränderbare zumindest anders gesehen und
bewertet werden.
Steinbockenergie sagt, dass wir entsagen können und gar nicht viel
brauchen. Sie ermutigt zum Ausmisten, Entsorgen, Erleichtern. Sie sagt:
Lass alles Überflüssige los.
Wassermann
An einem klaren, kalten Wintertag ist der Himmel
oft von einem strahlenden Blau. Unter einer Schneedecke verschwindet
all das viele Verschiedene.
Klarheit kommt auf und ein Gefühl von Raum angesichts eines
wolkenlosen, freien Himmels. Solche Tage erleben wir in unseren Breiten
ja nicht so oft, umso wichtiger ist es, sie auszukosten, wenn sie uns
dann einmal geschenkt werden.
Hier schließt sich die nachfolgende Wassermannenergie an. Ihr
allergrößtes Begehren liegt in der Freiheit. Sie sucht den offenen Raum
des grenzenlosen Himmels.
Ist für alles Irdische gesorgt (was ja bestenfalls im Steinbock
geschah), kann der Geist sich erheben und abheben, kann sich auch
wieder von Formen lösen, Befreiung genießen und dann etwas Neues
erdenken.
In der weiten Offenheit des Geistes gibt es keine Grenzen für das
Denken. Nichts ist unmöglich, heißt es in der Werbung, und Wassermann
stimmt lauthals zu.
Gedanken sind frei. Nun darf hemmungslos gesponnen werden.
Zukunft darf erdacht und antizipiert werden. Wenn Form nicht bleiben
muss, wie sie ist, wird an der Schwelle von Steinbock zu Wassermann der
Sprung vom Konservativen, Vertrauten in die Moderne, ins Unbekannte
gewagt.
Persönliche Visionen für das eigene Leben sind hier ebenso bedeutsam
wie Vorstellungen und Ideen für’s Kollektiv, für eine bessere, freiere
Welt. Sich mit denjenigen zu vernetzen, die ähnliche Ideen teilen, kann
jetzt erfolgen.
Mit Wassermannenergie kann der Kopf frei werden. Es gibt etwas Größeres
als uns. Wir sind Teil der Menschheit, mit ihr sitzen wir in einem
Boot. Was tun wir, dass dieses Boot nicht kentert, dass es uns einer
menschlicheren Zukunft näher bringt?