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Autogenes Training
Ein Weg zu körperlichem und emotionalem Wohlbefinden

von Birgit Radermacher, AixProVita, Aachen


Teil I

Stellen Sie sich bitte vor, es gäbe die Möglichkeit negative Impulse in Ihrem Leben durch wenige Übungen positiv zu beeinflussen. Stellen Sie sich weiterhin vor, in brenzligen Situationen gelassen und ruhig zu bleiben, in denen Sie gewöhnlich ärgerlich überreagieren. Wenn Sie gerne wissen möchten wie, lassen Sie sich auf eine interessante Reise einladen, die Ihnen ein wenig über Autogenes Training und Entspannungstechniken zeigen wird.
Entspannungstherapie und Entspannungstechniken sind ein wichtiger Bereich in der medizinischen, naturheilkundlichen und in der psychologischen Praxis. Autogenes Training (AT), Progressive Muskelrelaxation (PMR), Hypnose und Biofeedback sind klassische Techniken, für die es entsprechende Wirksamkeitsnachweise gibt. Yoga, fernöstliche oder christliche Meditation können nicht mit den klassischen Entspannungsverfahren gleichgestellt werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Zielsetzungen von Medizin und Psychotherapie unterscheiden sich von denen religiöser Systeme, wenn auch in ihrer Wirkungsweise respektable Entspannungserfolge erzielt werden, und es im Erleben der Übenden Ähnlichkeiten gibt.

Historischer Abriss

Entspannungstechniken sind so alt wie die Menschheit, wir finden Entspannung, Meditation, Trance in den alten Kulturen und heute noch bei den Naturvölkern.
In der Neuzeit begann man Ende des vorherigen Jahrhunderts in Nancy (Neue Schule von Nancy) sich mit Entspannung, d.h. mit Hypnose, zu beschäftigen. Dies war der Beginn unserer neuzeitlichen Entwicklung der Entspannungstherapie. Heute gehört Entspannung – weit gefasst – zu fast allen psychotherapeutischen Methoden.

Johannes Heinrich Schultz

Prof. Dr. Johannes Heinrich Schultz (*20.Juni 1884 in Göttingen; † 19. September 1970 in Berlin war ein deutscher Neurologe, Psychiater und Theologe. Er war Schüler des Hirnforschers Oskar Vogt.
Sein größter Verdienst ist die Entwicklung des Autogenen Trainings, das er 1932 vorstellte. Es handelt sich dabei um ein autosuggestives Übungsprogramm, das Körper und Psyche entspannt, und auf Dauer zu mehr Gelassenheit führt. Darüber hinaus beschäftigte sich Schultz u. a. mit Hypnose, Psychotherapie und mit Neurosenlehre.

Wichtige Veröffentlichungen von Schultz:
    Das autogene Training – 1932
    Hypnosetechnik – 1952
    Psychotherapie – 1952
    Grundfragen der Neurosenlehre – 1955

In der heutigen Zeit zählt das autogene Training zu einer weit verbreiteten Methode, um psychosomatische Störungen und Stress zu bekämpfen. Ausgangspunkt für diese Technik sind die Forschungen des Hirnphysiologen Oskar Vogt, der beobachtet hatte, dass Patienten nach Anleitung fähig sind, sich selbst in eine Hypnose zu versetzen. Nach diesen selbsthypnotischen Übungen berichteten die Patienten, dass Erschöpfung und Ermüdung geschwunden seien und sie sich leistungsfähiger fühlen.
So entwickelte Schultz das Autogene Training durch die Arbeit mit Hypnose, wobei AT absolut nichts mit Hypnose im Allgemeinen, klassischen Sinne zu tun hat. Es soll zwar die gleichen körperlichen und psychischen Veränderungen bewirken, jedoch AUTOGEN, also eher als eine Art absolut kontrollierbare SELBSTHYPNOSE. Eine mittlerweile weit verbreitete Methode der Entspannung die auch zur Bekämpfung psychosomatischer Störungen wie z.B. Magenbeschwerden, Kopfschmerzen etc. oder anderen jeweiligen, individuellen Problemen verwndet wird. Hierzu gehören vor allem Stress und die zahlreichen Auswirkungen sprich Nebenwirkungen auf das Wohlbefinden eines jeden Einzelnen. Dazu gehören auch Überbelastung, berufliche Überforderung, Unruhe, allgemeine Nervosität bis hin zu Burn-Out und ähnliche Symptome. 
Die Teilnehmer erlernen stufenweise und gezielt zur Ruhe zu kommen und das bei ständiger Selbstkontrolle. Es geht ausschließlich darum – Entspannung herbeizuführen. Sie sind nicht verpflichtet zu liegen während der Übungen, oder unbedingt die Augen zu schließen, es gibt genug Menschen, die gerade hier schon erste Hemmschwellen haben. Sie können sich so platzieren, wie es für sie angenehm ist, liegen, stehen, sitzen, Augen auf oder zu! Sie entscheiden!! Die ersten Übungen dauern maximal 5 – 10 Minuten (Steigerung bis 30 Minuten nach einigen Übungen) und können jederzeit vom Teilnehmer unterbrochen werden, falls etwas nicht als angenehm empfunden wird!

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