Knochenmarkspende
Gerade eben erreichte die Redaktion eine Mail, die
offensichtlich seit dem 19.03. i(und leider immer noch) im Internet die Runde macht, in
der eindringlichst um Hilfe bezüglich einer Knochenmarkspende gebeten
wird. Wer die Blutgruppe AB negativ besäße, möge sich dringendst
melden, da die Empfängerin nur noch wenige Wochen zu leben habe.
Das klingt sehr ernst und eine Vielzahl von Menschen
hat entsprechend reagiert und diese Mail umgehend an diverse
Adressen weitergeleitet.
Auch ich überlegte sofort, wer denn dafür in Frage kommen könnte. Doch
zeitgleich meldete sich eine leise Stimme, die mir riet, das Ganze
erstmal zu überprüfen - ein kleiner Impuls, der ganz leicht zu
überhören ist, wenn Ängste und Sorgen die Oberhand gewinnen.
Nach meinem Anruf im Klinikum der Universität
Regensburg kam heraus, dass diese Mail so nicht richtig ist! Ob
beabsichtigt oder unbeabsichtigt, lasse ich hier mal offen.
Aufgrund der vielen Anrufe läuft unter der angegebenen Telefonnummer
mittlerweile eine Bandansage mit der eindringlichen Bitte, diese Mail
nicht weiter zu verbreiten. Das sagt wohl Alles.
Grundsätzlich ist es so, dass es durchaus nicht
einfach ist, einen geeigneten Spender zu finden und von daher
sicherlich eine große Gruppe von Menschen getestet werden muss. Aber,
zur Klarstellung sei hier erwähnt, dass es nicht möglich ist, einen
geeigneten Spender allein anhand seiner Blutgruppe zu ermitteln. Da
spielen noch viele weitere Faktoren eine große Rolle und Panikmache
hilft den Betroffenen sicherlich nicht weiter. Mitgefühl und
Nächstenliebe sind Eigenschaften, die man nicht hoch genug einschätzen
kann, und doch ist es durchaus angebracht, an der einen oder anderen
Stelle kurz nachzudenken und ggf. nachzufragen, um das eigene Bewusstsein zu erweitern und die Intuition zu schulen.
Wer sich ernsthaft für die Aufnahme in einer Spenderkartei interessiert, der kann sich z.B. auf der Seite www.knochenmarkspende.de ausführlich über dieses Thema informieren.
Andrea Smolenski