Frühlingsschwere - Frühlingstaumel
Stier
Die Sonne wechselt in den Stier am 20.4. um 7.27
Uhr. Am schönsten finde ich die Gerüche des Frühlings. Gut, ich bin im
Mai geboren und dadurch mit dieser Zeit besonders verbunden und
sicherlich voreingenommen.
Aber riecht doch mal!
Diese Zeit ist betörend und spricht die Sinne an. Das Tierkreiszeichen
Stier ist mit diesen ungeheuer verbunden Es ist physisch,
berührt, umarmt, streichelt, tastet, spürt, schmeckt, leckt, empfindet.
Wir sind auf der Ebene der Sinneswahrnehmung angekommen. Diese ist
einfach. Hier schmeckt‘s oder es schmeckt eben nicht. Hier kann man
jemand riechen oder eben nicht. Hier fühlt sich das Stöffchen des neuen
Kleides einfach zauberhaft an und sein Muster ist ein Augenschmaus. Es
war zwar zu teuer, musste aber sein. Fühlt doch mal!
Unschwer zu erraten, dass Stier sich schnell mit den Dingen und vor
allem mit seinem Körper identifiziert, überidentifiziert, so sehr, dass
der Gedanke, ihn eines Tages loslassen zu müssen, eines Tages sterben
zu müssen, äußerst schwer fällt.
Stier lernt vom gegenüberliegenden Zeichen Skorpion, dass alles, und
sei es noch so schön, noch so fest gebaut, wieder verfällt. Stier lernt
hier mühsam, dass das Materielle nur bedingt Sicherheit gibt. Was aber
gibt Halt, wenn letztlich nichts bleibt? Hierzu bekommt Stier seit
einiger Zeit Anregung vom Jupiter, der gerade durch den Skorpion zieht
und sozusagen von gegenüber winkt. Wer also die Sonne im Stier stehen
hat (so wie ich), kann sich nun vertiefter und positiver mit dem
Loslassen, den Zukunftsängsten und dem Sterben befassen. Vielleicht
taucht hier und da schon mal ein verwegener Gedanke auf wie „Loslassen
ist ein Gewinn!“ und „Letztlichen Halt findet man im Geistigen.“
Stier erfährt zudem ein Quadrat von Neptun aus dem Wassermann. Auch
hier wird an einer zu großen Anhaftung gerüttelt. Sie will aufgeweicht,
aufgelöst werden. Die Betroffenen werden zunächst sehr verunsichert,
dann feiner, durchlässiger, menschlicher, angstfreier, bestenfalls
finden sie zu dem, was wir Urvertrauen nennen, zurück oder fangen an,
es zu suchen und zu finden. In diesem Sinne bietet sich die Stierzeit
an für tiefe Kontemplationen zur Frage: Was ist sicher? Was bleibt? Was
ist ewig?
Stiergeborene erfahren zudem ein Quadrat von Saturn aus dem Löwen, der
nach der gewonnen Substanz fragt, nach dem eigenen Maß, das gefunden
werden muss, der inneren illusionslosen Klarheit und Standfestigkeit.
Stiergeborene sind hier für Monate echt gefordert, es wird von drei
Seiten an ihnen gezogen, bzw. sie erhalten von drei Seiten
Aufforderungen.
Zwillinge
Die Sonne wechselt in die Zwillinge am 21.5. um 6.33
Uhr. Damit es aber nicht zu ernst wird und schwer, schließt sich gleich
an den Stier die Zwillingezeit an. Ja, doch, die Frage nach der
Ewigkeit ist sehr interessant, ja, doch. Und gleich wird locker ein
Spruch von Woody Allen drangehängt, der da sagte: „Die Ewigkeit ist
lang, besonders am Ende.“
Zwillinge lockert auf und erheitert. In diesem Zeichen ist – wie
in keinem zweiten – möglich, ALLES als Information zu begreifen. An
nichts muss man in die Knie gehen, mit nichts muss man sich plagen,
alles kann relativiert werden und dadurch an Leichtigkeit gewinnen. In
die Zwillingezeit passt das Bild des Schmetterlings, der munter von
Blüte zu Blüte fliegt, wunderschön, bunt und flatternd, flatterhaft.
Nein, es gibt keinen Grund zum Verweilen, weil da drüben ja auch
bereits etwas Interessantes wartet.
Die Zwillingezeit lädt ein zum Kontakt, zum Kennenlernen von anderen
Menschen, zur Öffnung für Neues. Sie lädt auch ein zu Betrachtungen
über ein Umdenken von früher Erlebtem. Von Zwillingen lernen, heißt
lernen, dass es immer nur unsere Sichtweise ist, die macht, wie die
Dinge erscheinen. Unsere Sicht können wir jederzeit ändern.
Diejenigen, deren Sonne auf den letzten Graden des Zwillingezeichens
steht, haben zur Zeit den laufenden Pluto gegenüber stehen. Pluto
verlangt hier die völlige Verwandlung des Selbstbildes. Insofern ist es
mit der Leichtigkeit gerade nicht so weit her.
Untypischerweise müssen die betroffenen Zwillinge nun vom Dach ihres
Hause für eine Zeit in den Keller ziehen und dort alle Altlasten
konfrontieren und rauswerfen, alle falschen und überkommenen
Selbstbilder gehen lassen, das Ego befreien und dadurch mehr sie selbst
werden als sie es vielleicht jemals waren.