Vom Innen und Außen des Sommers
Krebs (Die Sonne wechselt in den Krebs am 21.06. um 14.26 Uhr.)
Mit der Sommersonnenwende beginnt im Tierkreis das zweite Viertel mit
den Zeichen Krebs, Löwe und Jungfrau. Es wird auch das Viertel des
Sommers genannt. Zeit der Reifung, auf uns übertragen die Zeit, in der
wir aufblühen zu unserer wahren Schönheit, weil wir mehr und mehr von
uns selbst wissen, fühlen, was wir brauchen (Krebs), ausdrücken, was in
uns steckt (Löwe) und immer besser werden, in dem, was wir können
(Jungfrau).
Im Krebs geht es zunächst darum, in Kontakt mit den eigenen Gefühlen zu
kommen, mit den inneren Bildern, mit unseren Bedürfnissen, dem Wunsch
nach Zugehörigkeit, mit unseren Heimatgefühlen. In diesem Jahr haben
wir passend dazu eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, wo wir
angesichts von nationaler Beflaggung diverse, oft auch
ambivalente Gefühle erleben können: Zwischen Deutschtum und
multikulturellem Spaß, zwischen „Deutschland vor …“ und „Brasilien ist
eindeutig besser“, zwischen Genervtheit und Glücksgefühlen über die
Tatsache, dass wir beim Fußball mit Milliarden von Menschen in
Verbindung sind.
Der Krebsanteil in uns möchte Zugehörigkeit, Geborgenheit, emotionale
Sicherheit verbunden mit dem Wissen, irgendwo Zuhause zu sein. Er
möchte vor allem auch Entspannung.
Am Westpark lebend und diese Zeilen mit Blick auf den Park schreibend,
genieße ich den sommerlichen Swing dieser Zeit. Die Menschen liegen auf
den Wiesen herum, grillen, plaudern und machen Musik. Rauschwaden
ziehen über die Wege und Straßen. Chillen ist angesagt, Muße: Relax!
Im Jahreskreislauf gibt es für alles eine Zeit: Krebs wendet sich nach
Innen, seelenwärts, heimwärts. Hier bietet sich der Entspannungsurlaub
an: an Flüssen, Seen, am Meer. Das Wasserelement will aufgesucht
werden. Im Kontakt mit dem Wasser kann sich die Seele leeren,
erfrischen, laben, auftanken.
Löwe (Die Sonne wechselt in den Löwen am 23.07. um 01.18 Uhr.)
Im zweiten Sommermonat wird der Löwe in uns aktiviert. Nach der
Introvertiertheit des Krebses, gehen wir nun bestenfalls aus uns
heraus, zeigen uns, tanzen, feiern wunderbare Feste, feiern das Leben,
die Liebe …
In der Löwezeit können wir uns dem zuwenden, was unser Herz will: Was
sind die eigenen Herzensangelegenheiten, Herzenswünsche, woran möchte
sich das Herz binden (Menschen, Ziele, Ideen)? Von welchen unglücklich
machenden Bindungen möchte sich das Herz lösen? Was ist das beste
Mittel um sich auszudrücken?
In diesem Sommer steht auch Saturn im Löwen (ziemlich genau in der
Mitte). Wer immer in der Mitte vom Löwen Planeten stehen hat, ist nun
gefordert, zu einer desillusionierten Betrachtung im jeweiligen Bereich
zu kommen. Steht dort zum Beispiel die Sonne, dann wäre es Zeit, das
eigene Selbstbild zu überprüfen, zu schauen, ob man wirklich zu der
Größe aufläuft, die eigentlich angemessen ist, ob man würdevoll lebt
und was unter der eigenen Würde liegt. Steht der Mond dort, könnte man
überprüfen, ob es genug große, beglückende Gefühle im Leben gibt, ob es
genügend geistige Nahrung gibt, genug Liebe – von anderen aber von
allem von sich selbst. Diejenigen von uns, die Mitte fünfzig sind,
werden Saturn auf ihrem Pluto erfahren: Sie sind gefordert, die
Uraltlasten am Grunde der Seele anzuschauen und zu sich zu nehmen,
anzunehmen und integrieren. Vieles davon hat zu tun mit den Gründen für
Angst, für Misstrauen, für Vergiftung, für die Unfähigkeit, sich zu
binden und einzulassen, für die Verhinderung von Liebe. Ihnen seien die
folgenden Worte mitgegeben: „Liebe so viel du kannst von da aus, wo
auch immer du sein magst.“
Dich an diesen Satz zu erinnern ist besonders gut, wenn du dich
ängstlich oder unzurechnungsfähig fühlst oder irgendeinen schlechten
Stoff genommen hast. Schreib ihn in deinem Zimmer an die Wand. Es kann
sein, dass du das, was du siehst und fühlst, ganz und gar nicht lieben
möchtest, es könnte sein, dass du dich überhaupt nicht davon überzeugen
kannst, dass du es leben könntest. Aber beschließe einfach, es zu
lieben. Sag es dir laut vor, dass du es liebst, sogar wenn du nicht
daran glaubst. Und sage: „Ich liebe mich dafür, dass ich das hasse.“
Liebe es so, wie es ist (…). Liebe dich selbst.“
(Thaddeus Golas: Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst, Sphinx Verlag 1979)