Waschnüsse
Eine Alternative für Allergiker und Umweltbewusste
von Dea & Ganesh
In weiten Teilen Indiens ist die Waschnuss das Mittel, um Kleidung zu reinigen. Waschnüsse wurden schon zu Zeiten benutzt, als es noch keine chemischen Waschmittelprodukte gab. Dies ergibt eine neue Möglichkeit für Allergiker, ihre Wäsche ohne Reizstoffe – und noch dazu umweltschonend – zu säubern.
Waschnüsse, das sind die Früchte des Seifenbaumes (Sapindus mukorossi), der vor allem im Norden Indiens und in Nepal beheimatet ist. Dort werden die Früchte (ohne den Kern) schon seit Jahrhunderten von den dort ansässigen Menschen gesammelt und getrocknet, um sie dann als Waschmittel, für die Herstellung von Shampoos und auch als Heilmittel zu nutzen.
Durch das in der Waschnuss enthaltene „Saponin“ entsteht die Waschwirkung. In Wasser löst es sich aus der Frucht und bindet, bzw. löst Fette und Verunreinigungen genauso wie herkömmliche Seife oder industrielles Waschmittel aus der zu reinigenden Kleidung. Wie bei vielen anderen Stoffen gilt auch hier die Regel: Normaler Gebrauch ist ungiftig, und selbst eine orale Einnahme bleibt bis auf einen sehr bitteren Geschmack ohne Folgen.
Da Saponine – wie bereits erwähnt – Fette und Schmutz lösen, sind sie nicht nur zur Wäschereinigung nutzbar, sondern ebenso gut zum Reinigen von Geschirr und Gläsern geeignet. Waschnüsse enthalten keinerlei Phosphate, Duftstoffe, optische Aufheller, Enzyme etc., wie sie in herkömmlichen Waschmitteln normalerweise vorkommen. Dies macht sie für umweltbewusste und/oder empfindliche Menschen zu einer guten Alternative, da sie trotz der oben genannten fehlenden Zusatzstoffe eine hervorragende Reinigungsleistung erzielen. Die Rückkehr zur Handwäsche – wie sie z.B. in Indien heute noch üblich ist – braucht niemand zu befürchten, denn die Nüsse können sowohl in der Waschmaschine (bei 30°C – 90°C) als auch in der Geschirrspülmaschine benutzt werden.
Für die Maschinenwäsche geben sie je nach Verschmutzungsgrad 4-6 Waschnüsse in einen kleinen Beutel, den sie zur Wäsche in die Trommel legen. Aufgrund der fehlenden Zusatzstoffe empfiehlt sich bei Weißwäsche die Zugabe eines Teelöffels Backpulver als umweltschonendes Bleichmittel, um dem Vergrauen der Wäsche entgegenzuwirken.
Wenn Sie möchten, dass die Wäsche duftet, können Sie einige Trofen eines handelsüblichen Wäscheparfüms vor der Wäsche auf die Nüsse träufeln. Da sich Saponine bei höheren Temperaturen besser lösen, lassen sich die Nüsse bei 30°C Wäsche zwei Mal verwenden.
Auch in der Geschirrspülmaschine reichen 5-6 Waschnüsse – in den Besteckkasten gelegt – aus, um eine glänzende und reinigende Wirkung zu erzielen. Der Hygiene tut eine Nutzung der Waschnüsse zur Geschirreinigung ebenfalls keinen Abbruch, da das Saponin hemmend auf Bakterien und Pilze wirkt und die meisten Keime die übliche Waschtemperatur von ca. 65°C ohnehin nicht überleben.
Nach Gebrauch können die Waschnüsse einfach über den Kompost im eigenen Garten oder die Grüne Tonne entsorgt werden und fügen sich somit nahtlos und umweltfreundlich wieder in den Kreislauf der Natur ein.
Ein weiterer Nutzen durch den Gebrauch von Waschnüssen auch in unseren Breiten ergibt sich daraus, dass die in den Anbaugebieten lebenden Menschen ein zusätzliches Einkommen durch den Verkauf an Exporteure erzielen können, da der Ernteertrag bei Weitem den einheimischen Bedarf übersteigt.
Die indische Regierung unterstützt zudem die Anpflanzung von Waschnussbäumen im Rahmen von Aufforstungsprogrammen, in der Erwartung, dass der Nutzen aus dem Verkauf der Nüsse höher ist, als die Abholzung der Wälder zur Gewinnung von Brennholz.