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Planetenpaare (2): Jupiter & Saturn
In der letzten Himmelsleiter schrieb ich bereits über Planetenpaare, beginnend mit dem Paar „Venus und Mars – dem inneren Liebespaar“. Zusätzlich zum inneren Elternpaar „Sonne und Mond“, über die ich im nächsten Heft berichten werde, gibt es als drittes Paar Jupiter und Saturn, das Paar, das das Unten und das Oben, die irdische und die himmlische Welt in uns beschreibt.
Es gab Zeiten, da wurde ein König gekrönt, wenn Saturn und Jupiter in Konjunktion standen: Symbolisch drückte dies aus, dass nun Strenge und Gnade gemeinsam walten. Die Strenge, das Konsequente, Klare, Verantwortungsvolle kamen von Saturn. Das Prinzip Hoffnung, Güte und Weisheit kamen vom Jupiter. Bestenfalls hatte der König eben beides.
Wir wissen selbst aus unserem Leben, wie wichtig es ist, dass dieses Paar gut zusammen wirkt. Sehen wir nur Saturn, so wirkt die Welt mit ihrer Realität schnell erschlagend, zu kalt und hart. Wir fühlen uns erdrückt von der Wirklichkeit, fühlen uns trostlos, einsam und werden depressiv.
Ist uns die Welt nur Jupiter, dann drehen wir ab in jauchzendem Jubel über unendliche Möglichkeiten, wir sehen göttliches Potenzial all überall, fühlen uns den höheren Mächten unglaublich nah, manisch zieht uns das Oben weg vom Irdischen. Es scheint, als könne nichts uns etwas anhaben.
Doch dann … Ohne Hoffnung lässt sich die Realität nicht ertragen. Ohne Realität ist die schönste Vision nur ein Blitz am Himmel, der zwar den Moment erhellt, aber keine längerfristigen Spuren hinterlassen kann.
Jupiter und Saturn – eine Collage
Im Folgenden lade ich dich zu einer Übung ein, mit der Jupiter und Saturn gestaltet werden können:
Dazu brauchst du Papier und Farbe, Zeitschriften, Kleber und Schere. Mach es dir bequem, schließ die Augen und denk an deinen Jupiter. Er ist der innere Anteil, der uns weiter und weiter bringt, er strebt nach Höherem, nach Erhabenheit. Er ist die innere Weisheit. Er ist der Drang in die Weite, die geistige Expansion, die uns niemals zufrieden sein lässt, bis wir nicht den Sinn unseres Lebens gefunden haben.
Lass ein Bild für Jupiter entstehen, das kann ein Mensch sein, ein Weiser, ein Guru, etwas Göttliches, Himmlisches oder ein Symbol für dein Streben. Gestalte dieses Bild. Wenn du genügend Zeit und Energie hast, wende dich nun dem Saturn zu. (Du kannst das aber auch gerne in getrennten Sitzungen machen.)
Saturn ist der innere Anteil, der sich der Realität bewusst ist, bestenfalls voll in Verbindung mit der Welt des Faktischen. Er sieht die Begrenztheit als menschliches Wesen, die Begrenztheit des Körpers, der Möglichkeiten. Er hat die Füße auf dem Boden und macht sich nichts vor. Der innere Saturnanteil ist bestenfalls nüchtern, klar, frei von Illusion und gut abgegrenzt. Was ist Realität für dich? Lass ein Bild entstehen und gestalte es.
Lass dann beide Bilder auf dich wirken. Du hast nun quasi Himmel und Erde vor dir liegen. In einem dritten Schritt gestalte eine Welt für diese beiden Anteile, in der sie miteinander in Verbindung sein können, in der sie sich wohl fühlen, sich eventuell inspirieren, ergänzen …
Zwillinge-Jupiter und Sorpion-Saturn – ein Erfahrungsbericht
Angesichts von meinem Zwillinge-Jupiter denke ich sofort an eine Konstruktion, in der er hoch oben sein muss. Und der Skorpion-Saturn muss unten sein. Sie sind weit voneinander entfernt. Für den Skorpion-Saturn finde ich einige Fotos und Bilder unter dem Motto: Die leidende Kreatur.
Skorpion-Saturn weißt, dass das Leben grausam ist, er macht sich da nichts vor und redet nichts schön. Fast ist er zu desillusioniert …
Der Zwillinge-Jupiter besteht auf einer Welt voller Möglichkeiten, voller verschiedenster Sichtweisen. Sein Motto ist, dass nichts unmöglich ist und er fährt seinen Toyota mit Leidenschaft durch alle Himmel, immer bereit, positive Ideen, Erhellendes und Erhebendes aufzusammeln und in sein riesiges Buch zu schreiben.
Und er hat viel zu verzeichnen, gibt es doch so viel Interessantes. Eigentlich ist doch alles interessant, eigentlich ist doch alles nur eine Information. Ich bastele aus einer Toyotawerbung und Federn ein Gefährt mit Flügeln. Ich hänge es an einem Faden in mein Fenster. Mein Jupiter muss einfach fliegen dürfen.
Geradewegs unter ihm auf dem Fußboden baue ich aus einem Kistchen eine Art Sarg. Hier werden wir alle nach mehr oder weniger langem Leiden landen. Ich finde noch ein Bild von Folterer und Gefoltertem, das muss noch zu den anderen Leidensbildern hinzugefügt werden. Dieses Bild drückt für mich aus, dass wir uns alle irgendwann schuldig machen und gemacht haben. Keiner entkommt dem. Diese kleine Installation belasse ich für einige Wochen in meinem Zimmer.
Es fällt mir schwer, einen verbindenden Raum zu sehen. Ich kann ihn auch nicht konstruieren, also erfahre ich zunächst noch intensiver diese innere Widersprüchlichkeit. Ja, ich kann mich unglaublich weit erheben und ich kann unendlich tief versinken. Ich kann sehr tolerant und weiträumig sein und sehr böse, kalt und dunkel. Sehr leicht und sehr schwer.
Als ich dann wieder einmal in der Meditation sitze, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Diese beiden sind verantwortlich dafür, dass ich im Buddhismus gelandet bin. Im Buddhismus heißt es, dass Samsara, das Leben, wie wir es leben in all unserer Verblendung und Unwissenheit, leidvoll ist. Gerade diese klare Aussage hat mich damals angezogen. Hier wird benannt, was ist, etwas, was Saturn sowieso schätzt wie sonst nichts. Gleichzeitig ist der Buddhismus ein Weg zur Überwindung des Leids und er ist so geräumig, so vielfältig, so wissenschaftlich, so klug, dass mein Zwillinge-Jupiter immer wieder jauchzt vor Vergnügen.
Auf einmal ist eine Lösung für mein Kunstobjekt in Sicht. Ich kopiere ein Buddhabild wieder und wieder und verlängere die Schnur vom Jupiter herunter zum Sarg. Ich klebe einen Buddha über den Toyota und weitere die ganze Schnur hinunter. Einen lege ich in den Sarg, einen unter den Sarg, und viele Buddhabilder zwischen die Fotos der Leidenden. Ich atme tief auf.
Zur Zeit stehen Jupiter (im Schützen) und Saturn (im Löwen) in Feuerzeichen. Lebendigkeit, Lust und Freude wollen verantwortungsvoll wieder mehr ins Leben integriert werden. Doch das Glas darf wieder als halb voll angesehen werden, wo es noch vor einigen Monaten halb leer war. Doch, es ist wieder Zeit für Visionen und einen Glauben, der sich am tragenden Rhythmus unserer Herzen orientiert.
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