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Ingwer
Heilpflanze und Genuss pur

Zingiber officinale, so der lateinische Name der Ingwerwurzel, ist in meinen Augen ein echtes Kraftpaket das uns da von Mutter Natur zur Verfügung gestellt wurde. Und er schmeckt auch noch richtig gut, jedenfalls meinem Gaumen. Zugegeben, Ingwer kann richtig brennend scharf sein, aber das hat mich als Kind schon nicht gestört, wenn ich meine Oma zur Herausgabe kandierter Ingwerstückchen überredete (gar nicht so einfach, war das doch ihr erklärtes Lieblingskonfekt). Mit dem Genuss, mit dem ich die ergatterten süß-scharfen Stücke verspeiste, konnte ich sie jedenfalls immer wieder in Erstaunen versetzen.

Ob als Tee oder im Essen, der Ingwer wärmt den Körper  – gerade in der kalten Jahreszeit – richtig schön durch. Wenn mir so richtig kalt ist (besonders bei kalten Füßen und/oder einem Schnupfen), lasse ich einfach einige Ingwerscheibchen in siedendem Wasser ca. 20 Minuten ziehen, gebe nach dem Abseihen frischen Zitronensaft und etwas Honig dazu und schon läuft die innere Heizung wieder.

Genau wegen dieses inneren Durchwärmens ist Ingwertee auch als Erkältungsgetränk sehr beliebt. Darüberhinaus hilft uns der Ingwer bei vielen kleinen Wehwehchen, wie z.B. Bauchweh, Blähungen, Krämpfen und Reiseübelkeit. Er wirkt appetitanregend, fördert die Verdauung und hilft sogar bei rheumatischen Beschwerden.

Sehr beliebt ist auch der indische Chai, der mit frischer Milch, schwarzem Tee, Kardamom, Zimt und eben einer guten Portion Ingwer gekocht wird. Dieses Getränk entspannt den gesamten Magen-Darm-Trakt, ist äußerst wohlschmeckend, sollte aber wegen des schwarzen Tees (Teein) nicht in zu großen Mengen getrunken werden.

Aus der asiatischen Küche ist der Ingwer sowieso nicht wegzudenken, da er vielen überaus leckeren Gerichten erst den typischen Geschmack verleiht.

Wegen des ätherischen Öls Gingerol (dem Hauptwirkstoff des Ingwers), verwende ich ihn nur frisch, zumal er in fast jedem Gemüsegeschäft zu haben ist. Manchmal gibt es ihn sogar mit jungen Trieben, dann kann man ihn einpflanzen und an einem warmen Ort gedeihen lassen. Sollten die Triebe nach einigen Monaten versehentlich eingehen, hat man wiederum eine äußerst frische Ingwerwurzel für die Küche parat.

Andrea Smolenski

Himmelsleiter-euregio | redaktion@himmelsleiter-euregio