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 Tantra

Sexualität, Spiritualität und Therapie


Geschichte
Tantra ist ein sehr alter spiritueller Weg. Die Wurzeln des Tantra reichen zurück bis in matriarchale Strukturen vor 4000 Jahren und bis in die Anfänge des Hinduismus. In den matriarchalen Kulturen war Religion eine lebendige Erfahrung, persönlich erlebt und wahrgenommen. Sie war eng mit dem Körper, der Lust und der Sexualität verbunden. Das ist im Tantra bis heute erhalten ge-blieben. Genauso, wie der hohe Stellenwert der Frau. Tantra heute vereint Elemente des klassischen Tantra und westliche Einflüsse der Gruppenarbeit, Selbsterfahrung und Therapie. Das Wort Tantra (Sanskrit) bedeutet innerstes Wesen, Kern, Essenz. Tantra hat die Funktion, uns zu unserem innersten Wesen zurückzuführen, zu den Wurzeln unserer Identität. Der Mensch, als Teil der Schöpfung, trägt nach tantrischer Auffassung das Göttliche in sich. Tantra anerkennt, stärkt und verehrt es deshalb in jedem Menschen.


Körper, Sexualität und der Bezug zur Spiritualität
Der Körper, als Tempel der Seele, spielt im Tantra eine besondere Rolle. Seine Wahrnehmung als Quelle für Erfahrung und Weisheit wird geschult und seine natürlichen Funktionen werden hoch geachtet, denn „derjenige, der die Wahrheit des Körpers erkennt, kann schließlich auch so weit gelangen, diejenige des Universums zu erfassen.“ (Ratnasara-Tantra)

Die Schöpfung der Welt gilt im Tantra als ein erotischer Liebesakt, als die spirituelle und sexuelle Vereinigung von Shakti, der weiblichen Kraft, mit Shiva, der männlichen Kraft. Sexuelle Energie hat uns aus der Ganzheit des Universums in den individuellen Körper gebracht. Inso-fern erscheint es logisch, dass sie uns am besten helfen kann, zur Ganzheit zurückzufinden. Jeder Mensch, der richtig verliebt ist, kann erfahren, dass besonders die Sexualität ein geeignetes Medium für den spirituellen Weg sein kann. Denn der Zustand der Verliebtheit schafft eine Vorahnung der mystischen Erfahrung vom Einswerden – das Verschmelzen mit dem Partner, das Auflösen der eigenen Grenzen, die Erfahrung von Lust im Körper – kurz das Erleben der sexuellen Ekstase. In der Sexualität ist unser Energieniveau deutlich angehoben. Erregung führt zu immer mehr Energie, wodurch der Zugang zu anderen Bewusstseinszuständen erleichtert wird. Tantra nutzt damit unsere natürlichen sexuellen Kompetenzen, um sie zu ihrer höchsten Entfaltung zu bringen und um dadurch lustvoll spirituell zu wachsen.

Tantra und Therapie

Sexuell wirklich frei zu sein, frei von Angst, Schuld und falscher Scham, frei von Machtspielen und  von Illusionen, ist in unserer Gesellschaft keinem in die Wiege gelegt – ganz im Gegenteil. Sexualität führt, aller plakativer Medien zum Trotz, oder gerade deshalb, ein verdrängtes, abgespaltenes und tabuisiertes Dasein. Und hier setzt der therapeutische Aspekt von Tantra an. Der tantrische Weg, der durch alle Bereiche des Menschseins geht, führt zur Ganzheit und damit auch und besonders zu sexueller Heilung. Sexuelle Energie selbst wird als eine heilende Kraft angesehen, die Prozesse der psychischen und physischen Stärkung und Weiterentwicklung fördert, denn sexuelle Energie und Lebensenergie hängen eng zusammen. Sexuelle Reaktionen sind psychosomatische Prozesse, d. h. bei sexuellen Funktionsstörungen sind körperliche und seelische Vorgänge beteiligt. Durch fachkundige Information, liebevolle Beratung und Begleitung und gezielte Körperarbeit (Bioenergetik s.u.) können Blockaden bemerkt und an ihrer Auflösung kann gearbeitet werden. Energieblockaden können in Körper, Seele und Geist auftreten, z.B. machen sie unseren Körper gefühllos, unflexibel und verspannt, beeinflussen unser Selbstwertgefühl, begründen unsere Glaubenssysteme und halten uns in den engen Grenzen unserer Muster gefangen. Durch die Praktizierung der bioenergetischen und tantrischen Techniken kommt es zu einer Steigerung der sexuellen Kompetenz und der erotischen Intensität. Dies ist verbunden mit einem engen Kontakt zum eigenen Körper, durch dessen Wahrnehmung sich ein natürliches Selbstwertgefühl einstellt. In diesem Bewusstsein kann sich das Herz für das Gegenüber öffnen und wirklicher Kontakt wird möglich: „Ich erkenne und achte Dein innerstes Wesen“ – das ist die tantrische Auffassung von Liebe, einer Liebe die Körper, Seele und Geist gleichermaßen erfasst.

Advaita-Tantra
Der Begriff „Tantra“ ist nicht geschützt und es ist immer angebracht sich über die Ausbildung und Befähigung der Anbieter zu informieren. Advaita-Tantra ist ein sehr körperbezogenes, energetisches Tantra. Advaita Maria Bach lernte u.a. bei Osho (Baghwan) und Margot Anand. Sie entwickelte einen eigenen ganzheitlich therapeutischen Ansatz, der klassische Techniken mit Sexualtherapie verbindet.


Wann ist die Beschäftigung mit Tantra zu empfehlen?

Gruppen/Seminare
Wenn Sie gut geerdet, körperlich vitaler, in sexuellen und erotischen Dingen kompetenter, selbstbewusster, herzlicher, ehrlicher und kommunikativer Ihr kreatives Potenzial vergrößern und spirituell wachsen wollen.

oder aber, Sie spüren
-    einen Mangel an Lust als Lebensgefühl, Festgefahrenheit und Langeweile
-    ein gespaltenes Verhältnis zur Sexualität
-    einen Mangel an Körperwahrnehmung
-    körperliche Starrheit, Mangel an Vitalität
-    Kontakthemmungen
-    ein schwaches Selbstwertgefühl

für Paare
-    nachlassende sexuelle Anziehung, obwohl Liebe da ist
-    Unsicherheit im Körperkontakt


Beratungen oder therapeutische Einzelsitzungen sind zu empfehlen bei:
-    intimen Fragen zur Sexualität
-    sexuellen Störungen (z.B. Orgasmusproblemen, vorzeitigem Samenerguss, Potenzproblemen, sexueller Unlust)
-    Kontaktstörungen (z.B. Vermeiden von Kontakt, ungewollter Kontaktabbruch)
-    Störungen der Körperwahrnehmung und der emotionalen Wahrnehmung
-    starken Selbstwertproblemen
-    Lebenskrisen

für Paare
-    sexuelle Probleme
-    Kommunikationsprobleme
-    Beziehungsstress (Nähe-Distanz-Probleme, Schuldzuweisungen, Dauerstreit, Dreieckskonstellationen



Esther du Vinage
Advaita-Tantra-Lehrerin
Praxis Lust am Sein, Aachen
Himmelsleiter-euregio | redaktion@himmelsleiter-euregio