MTT (Manuelle-Trauma-Therapie)
Panta rhei – Alles fließt, alles ist mit allem verbunden.
(Heraklit)
MTT ist eine feinfühlige, tiefgehende Form der Körpertherapie, die
Ansätze aus der chinesischen Meridiantherapie, dem japanischen Shiatsu
und der amerikanischen Osteopathie (nach Andrew Taylor Still) in sich
vereint. MTT nutzt den erweiterten therapeutischen Zugang zur
Wiederherstellung des ungehinderten Lebens-flusses und wirkt ihrem
Wesen nach ganzheitlich.
Befindet sich die Lebensenergie (das Chi, bestehend aus Yin und Yang)
im Gleichgewicht und kann frei fließen, ist der Mensch gesund. Er ist
sozusagen in seiner Mitte, fühlt sich ausgewogen, klar und
handlungsfähig. Durch von außen einwirkende Stressoren wird das Chi in
seinem Fluss behindert oder blockiert.
Zu Stressoren zählen neben Mikroben, Giften, elektromagnetischen Strahlungsfeldern natürlich auch chronische Stresssituationen
körperlicher und emotionaler Art. Denken wir an aufgestauten Frust,
Ärger, Ängste, schockierende, die Biographie (aufs Höchste) verletzende
Ereignisse/ Traumata, negative Gedanken und verhindernde, weitreichende
Lebensmuster, die die innere Ordnung stören. Eine Vielzahl von
Störungen können auch ererbt sein.
Unser Körper versucht in der Regel, sich selbst zu heilen. Er lotet
sich über die sich selbst organisierende und stets abgleichende
„Datenautobahn“ des Vegetativums immer wieder selbständig aus und fügt
alles wieder in „Reih und Glied“ bzw. in die dafür vorgesehene Ordnung.
Das klappt aber nicht immer: Bei zu starken Reizen/ Beeinträchtigungen oder zu lang andauernden (chronischen)
Stresssituationen unseres Körpermilieus bzw. unserer Psyche sind die
Störfeldeinflüsse so stark, dass unsere spontane körpereigene
Selbsthilfe sie nicht mehr hinreichend auflösen kann. Die
Ausgleichmechanismen versagen, die einwirkende Aggression hinterlässt
eine Art Narbe im Körpergewebe. ALLE von uns – bewusst oder unbewusst –
als negativ empfundenen Erlebnisse hinterlassen Narben in unserem
nervlichen Erinnerungssystem.
Das kann eine „wirkliche“ Narbe in Folge eines Knochenbruchs oder einer
Gewebeverletzung sein. Und genauso gut auch eine Narbe
physisch-emotionaler Art, ausgelöst durch einen Schock oder durch eine
akute Angst-/Wutreaktion. Flucht-, Kampf- oder Todstellreflexe werden
angeregt: manch eine/r von uns kennt das Gefühl verlassen zu werden,
unerwünscht, nicht geliebt, nichts wert zu sein. Hat vielleicht eine
Kündigung erlebt oder war Zielscheibe verbaler Attacken, vielleicht
körperlicher oder seelischer Gewalt ausgesetzt. Oder betrauert den
Tod/Verlust eines geliebten Menschen …
Wir können sicher sein: in unserer Ganzheit Körper – Seele – Geist geht
nichts verloren. So werden auch die abgespaltenen Bewusstseinsinhalte
so lange verkapselt in unserem Nervensystem gespeichert, bis sie
womöglich in „ruhigeren Zeiten“ nach und nach wieder an die Oberfläche,
in unseren bewussten Erinnerungsbereich „hochgespült“, langsam
verarbeitet werden können. Den Zeitpunkt der Entkapselung können wir
jedoch nicht vollständig willentlich beeinflussen.
Es ist beruhigend zu wissen, dass es gelingt, einen Teil der
belastenden Erfahrungen tatsächlich ohne Fremdhilfe selbst zu
verarbeiten. Dinge, die nicht aufgelöst werden (können), verbleiben
jedoch als Unruheherde gestaut im Gesamtsystem Mensch. Gestaute Energie
wird zu erstarrter Energie. Sie lagert sich fühlbar im Körper ab. Die
Biographie wird zur Biologie von Körper, Seele und Geist.
Der nicht aufgelöste Energie-Rückstand (ich nenne ihn Energie-Zyste)
verbleibt im Nervensystem und kann verheerend auf unser Energiesystem
Körper-Seele-Geist einwirken.
Nicht aufgelöstes Leid erzeugt weiteres Leid, das an einer ganz anderen
Stelle (auch in einem anderen „Gewand“) auftreten kann, als es
„eingetreten“ ist:
– Chronische Schmerzen aller Art, auch ohne diagnostizierbare
Ursache.
– Wiederkehrende Flashbacks von Unfallereignissen.
– Unkontrollierte Angst- und Wutattacken und andere
Verhaltensauffälligkeiten.
– Albträume, Depressionen und tiefe Traurigkeit,
Burn-Out–Syndrom.
– Das Gefühl, niemals ans Licht zu kommen,
psychosomatische Störungen und hindernde
Verhaltensmuster, Herzrasen, neurovegetative
Dysregulationen, hormonelle Störungen, vielfältige
Hautveränderungen, Bettnässen, Magenschmerzen,
Suchtverhalten, Allergien …
ALLES Erlebte/Erfahrene ist an Gefühle gekoppelt. Diese werden im
Limbischen System (unserem „Gefühls-Hirn“ und gleichzeitig ältestem
Gehirnanteil) und in unserem Körper gespeichert. Werden sie nicht
verarbeitet, spalten sie sich ab und bereiten einerseits körperliche
Beschwerden (körperliche Energie-Zyste) und bilden andererseits den
Nährboden zu seelischem Leid durch Absinken ins Unbewusste (seelische
Energie-Zyste). Das, was uns peinigt (Gefühl) ist nicht mehr zu
benennen und somit über die Sprache allein nicht zu beeinflussen.
Das zentrale Ziel der MTT ist eine Wiederherstellung des ungestörten
Flusses unseres lebenswichtigen Energiesystems. Wie alle ganzheitlichen
Heilmethoden ist auch die MTT ein Heilungsprozess.
Hier passt wirklich der weise Spruch von Lao-tse: „Der Weg ist das
Ziel“. Und wir alle sind auf unserem (Lebens-) Weg, uns Stufe für Stufe
von erlebtem Leid zu lösen, immer mehr ganz und „heile“ zu werden. Zu
gesunden.
MTT erreicht auch die tiefen Schichten der unbewussten Erinnerungen aus
der sprachlosen Zeit (vorgeburtlich bis etwa 3 Jahre). Denn selbst wenn
wir uns auf der Verstandesebene über die Ursachen unserer Probleme im
Klaren sind, sind wir kaum in der Lage, unsere tiefen Überzeugungen
über uns selbst zu ändern, weil uns dafür der Erfahrungshintergrund
fehlt.
Im Unterschied zu anderen Traumabehandlungen muss die Person das
ehemals (bewusst oder unbewusst) Erlebte nicht nochmals reproduziert
erleben, sondern überlässt dem eigenen Körper, von welchen erfahrenen
Erlebnissen dieser bereit ist, in Heilung zu gehen. Heilung geschieht.
Und sie geschieht immer über die Seele. Und die hat ihre eigenen
Gesetze. Vergleichbar einem „Rückwärts-Baumkuchen“ wird Schicht für
Schicht abgetragen. Wobei dieser Vorgang nicht chronologisch geschehen
muss. Das System Mensch wählt das aus, was es im jeweiligen Moment zu
verarbeiten bereit und in der Lage ist. Die Therapeutin gibt keine
Heilungswege vor. Es wird nichts „gesprengt“, nichts gepuscht, sondern
geht den für den Klienten machbaren individuellen Heilungsweg.
Wenn du dich auf den Weg machst, öffnet der Horizont seine Grenze.
(A. Spieker)
So kann Belastendes nach und nach ins Bewusstsein treten und schmerzt
von mal zu mal weniger. Veränderung geschieht bei einem Menschen
„schneller“, beim anderen „langsamer“. Manchmal werde ich gefragt, wie
lange „das“ denn dauern wird. (Am liebsten möchte man(n)/frau „das“
einfach „weghaben“). Meine Antwort: Alles braucht seine Zeit. Und
manchmal muss man der Zeit Zeit lassen.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
(H. Hesse)
Durch achtsame Berührung wird das Körpergedächtnis des behandelten
Menschen „gesprächig“ gemacht. Auf tiefer Zell- und Bindegewebsebene
werden die wissenden inneren Heilkräfte angeregt. Was zutage gefördert
wird, ist wandelbar – und kann wieder fließen.
Mit der Zeit beginnt das Störende sich zu ent – wickeln. Neben dem
herrlichen Wohlfühleffekt des Augenblickes erlebt der behandelte Mensch
(Mann, Frau, Kind) von Mal zu Mal eine Kraft spendende, dauerhafte
Erleichterung.
Klienten berichten von tiefer Ruhe, erholsamem Schlaf und zunehmender
Gelassenheit, von steigender Konzentrations-, Entscheidungs- und
Kommunikationsfähigkeit, von der Eindeutigkeit in der Umsetzung ihrer
förderlichen Ziele, von ihrem Kontakt zum Herzen, vom Verschwinden von
Ängsten, Schmerzen und selbstbehinderndem Verhalten, vom kraftvollen
Mut und der neuen Lust zum Leben, von der Klarheit ihrer Gefühle und
der zunehmenden Fähigkeit, sie auszusprechen, von der Leichtigkeit
ihrer Gedanken und von ihrem wachsenden Vertrauen in sich selbst.
Bei der MTT - Behandlung werden Blockaden sanft und nachhaltig
aufgelöst. Die behandelte Person entscheidet über den eigenen Körper –
nicht über den Kopf, denn der hat „Pause“ – bei jeder weiteren
Therapiestunde, von welchen (tiefen) Wunden er/sie sich erlösen möchte.
Mit seiner faszinierenden Kombination aus energetischer und physischer
Körperarbeit ist die Manuelle – Trauma – Therapie auch eine wunderbare
Behandlungsweise, den einmal wieder in Gang gesetzten Energiefluss
dauerhaft zu erhalten. Allein für sich eine überaus wirkungsvolle
Methode, lässt sie sich problemlos mit vielen ganzheitlichen
(Natur-)Heilmethoden verbinden.
Gabriela Grotke, Aachen
Therapeutin für M T T,
Therapeutin & Coach für Integrierte Lösungsorientierte Psychotherapie, Heilpraktikerin