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– vom Zwang zur vorgesehenen Erfahrung –  

Vor 25 Jahren habe ich durch einen pedantisch ordentlichen Zappelphilipp den Zwang als die krankmachende Stressreaktion entdeckt. Seine Mutter berichtete, dass sie in der Schwangerschaft vorzeitige Wehen hatte.

Das Still-Liegen löste bei dieser sehr aktiven Frau unerträgliche Unruhe (die Angst, ihr Kind zu verlieren) aus, die sie nur dadurch betäuben konnte, dass sie ständig ihr Zimmer aufräumte (Ist das Zimmer in Ordnung, dann ist auch die Schwangerschaft in Ordnung!).

Ihr Sohn hatte ihren Zwang „Nur wenn ich mich bewege und Ordnung schaffe, kann ich das Leben bewältigen!“ übernommen.

Jeder Zwang beginnt mit Todesangst, die wir nur eine Schrecksekunde lang wahrnehmen, bevor wir mit guter Miene zum bösen Spiel selbst zerstörerisch handeln.

Ist der Zwang vorüber, dann kommt es zu einer Lösungsreaktion, in der uns die Todesangst und die Zwangsgedanken, begleitet von Körperreaktionen, bewusst werden und verlassen wollen.

Ist uns die Entstehung unseres Zwangs – wie dem pedantischen Zappelphilipp – aber nicht bekannt, dann beziehen wir die Lösungsangst auf die Lösungsgedanken oder körperlichen Lösungsreaktionen und fallen in unseren Zwang zurück. Dieser Teufelskreis führt erst zu den akuten und mit der Zeit zu den chronischen Krankheitsbildern.

Mit diesem Wissen konnte ich vielen Patienten helfen, die unbewussten Zwänge hinter ihren chronischen psychischen und somatischen Krankheitsbildern zu erkennen, aufzulösen und wieder gesund zu werden. 


Dass ich ausgerechnet meine eigene Frau nicht von ihrer zunehmenden Lähmung der gesamten Muskulatur heilen konnte, brachte mich an meine Grenzen. Dass damals auch kein anderer Therapeut sie retten konnte, war für mich kein Trost. 

Nach einer langen Leidenszeit konnte ich den Tod meiner Frau als Erlösung begreifen, ihn vollkommen annehmen und auch sie ganz loslassen. Dann geschah etwas Wunderbares:

Ich erwachte in der zweiten Nacht nach ihrem sanften Übergang und war im Frieden, in umfassender Liebe:  Eins mit allem.



Es gibt nichts mehr zu erreichen oder zu verhindern –
der Weg ist das Ziel!



Ich glaubte, mein Herzenswunsch, diesen wunderbaren Zustand dauerhaft zu erfahren, würde sich erfüllen, als mit „The Secret“ das universelle Schöpfungsgesetz zu mir kam. Es besagt: „Alles worauf ich jetzt meine Aufmerksamkeit richte, wird zu meiner künftigen Realität.“

Da wir im Zwang die Aufmerksamkeit auf das richten, was wir nicht wollen (z.B. unerträgliche Unruhe), geschieht auch das, was wir nicht wollen (z.B. Zappelphilipp sein).

Wenn wir den Zwang erkennen und unsere Aufmerksamkeit stattdessen auf einen Herzenswunsch richten, dann müsste der folglich zu unserer Realität werden.

Nach anfänglichen Erfolgen musste ich erleben, dass ich – trotz intensiven positiven Wünschens – immer wieder auch negative Erfahrungen machte (So wünschte ich mir vergeblich, dass mein Buch „Herzenswunsch erfüllt“ ein Bestseller wird), bis mir endlich klar wurde, dass wir in Wahrheit alle selbst das bewusste, schöpferische Universum (oder Gott) sind, das durch uns unbewusste Menschen genau vorgesehene positive und negative Erfahrungen macht. So ist jede unserer Erfahrungen ein erfüllter Herzenswunsch des Universums (oder Gottes).

Als mir das bewusst wurde, protestierte mein Verstand aufs heftigste: „Jetzt wirst Du größenwahnsinnig!“, warf er mir vor. Das irritierte mich noch eine zeitlang, bis ich ihm deutlich machte, dass ich ja nicht behaupte: „Ich allein bin der eine Gott, sondern wir alle sind der eine Gott (das Universum) und stehen damit auf einer Stufe.“

Uns Menschen unterscheidet nur der vorgesehene Grad der Bewusstheit dieser Tatsache – nicht die Tatsache an sich. Dem hatte mein Verstand nichts mehr entgegen zu setzen und verstummte.

Erst seit mir klar ist, dass wir unbewusste Menschen keinen freien Willen haben, sondern unsere Lebens-DVD im ewigen Jetzt bereits gebrannt ist und „nur“ gerade abläuft, bin ich frei:


Frei – genau die Erfahrung zu machen, die ich gerade mache, egal ob positiv oder negativ.

Frei – diese Erfahrung vollkommen anzunehmen und leicht wieder ganz loszulassen und so immer wieder den Raum für neue Erfahrungen zu schaffen, wohl wissend, dass in dieser Welt der Gegensätze jeder positiven Erfahrung eine negative folgt, die wiederum Raum für eine neue positive Erfahrung schafft.


Ich verurteile mich und andere Menschen nicht mehr für unsere Handlungen, weil ich weiß, dass wir alle nur unsere vorgesehenen Rollen spielen. So bin ich im Fluss des Lebens.

„Dann brauche ich ja gar nichts mehr zu tun und kann mich den ganzen Tag auf die faule Haut legen!“, ist ein häufiger Einwand gegen die Vorsehung.

„Ja, das wäre richtig, ...“ antworte ich dann „ ... wenn Du einen freien Willen hättest. Da Du ihn aber nicht hast, wirst Du weiter in Deinem Hamsterrad laufen müssen, so lange das eben für Dich vorgesehen ist und auch nur dann und so lange auf der faulen Haut liegen, wie es für Dich vorgesehen ist.“
 
Solange ich glaubte, mich aus meinen Zwängen befreien zu müssen, meine positiven Erfahrungen festhalten und meine negativen Erfahrungen loswerden wollte, bin ich ein Gefangener meiner Zwänge geblieben.

Jetzt hat die vorgesehene Vergangenheit mehr und mehr an Bedeutung verloren, denn es gibt in ihr nichts, was ich wiedergutmachen müsste.

Die Zukunft steht sowieso fest und so handele ich einfach intuitiv (d.h. von mir selbst als dem schöpferischem Universum gesteuert) und weiß, dass gerade genau das, genau so geschieht, wie es vorgesehen ist.

Heute ist mir bewusst, dass wir alle jetzt heil sind; denn wir sind alle in Wahrheit das eine, ewige, bewusste, schöpferische, liebevolle Universum (also Gott) selbst.

Seit ich nicht mehr glaube, dass ich nur durch einen anderen Menschen Liebe erfahren kann, sondern weiß, dass wir alle die umfassende Liebe selbst sind, bin ich nicht mehr durch-ein-ander.

Seit ich weiß, dass ich selbst Liebe bin, brauche ich sie nicht mehr zu suchen. Weil auch jeder andere Mensch Liebe ist, teile ich sie heute mit anderen Menschen und erfahre ein liebevolles Mit-ein-ander.

„Das ist mir zu einfach!“, sagte zuletzt ein Teilnehmer an meinem Basistraining. Ja, es ist so einfach – aber es ist nicht leicht und braucht intensive Übung, bevor die manchmal heftigen Lösungstodesängste, Lösungsgedanken und akuten körperlichen Lösungsreaktionen ohne Eingreifen bis zu ihrem Ende ausgehalten werden. Und es geschieht natürlich immer nur – wenn es vorgesehen ist.


Dr. med. Hans-Jürgen Peters
Facharzt für Allgemeinmedizin
Grubenstr. 19, 52080 Aachen
0241/55 60 61
www.praxisdrhjpeters.de


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