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Über die Vernachlässigung des Seins 

 

Wer von Ihnen lebt? Wer isst oder trinkt, um am Leben zu bleiben?

Die meisten von uns werden diese Fragen vermutlich bejahen. Auch wenn wir alle immer weiter unseren Geist und unser Dasein kultivieren, haben wir trotzdem immer noch einen Körper und materielle Anteile. Aber genau diese Materie, der Behälter für unseren Geist, ermöglicht es uns erst, die vielfältigen Erfahrungen zu machen, die wir uns für unseren Lebensweg vorgenommen haben.

„Essen und Trinken hält Leib uns Seele zusammen“, sagt schon der Volksmund. In früheren Zeiten wurde der Körper auch gerne als Tempel bezeichnet, der wertzuschätzen war und der etwas Heiliges an sich hatte. Deswegen sollte er auch heute noch gepflegt und gut in Form gehalten werden.

Gezielte Aktivitäten auf den unterschiedlichen Ebenen waren immer schon ein Mittel, um die Balance zwischen Geist und Körper zu erhalten und sich weiter zu entwickeln. Atmung, Bewegung, Nahrungsmittel, Körperpflege, für sich selbst und für andere sorgen – das sind alles Tätigkeiten, die unser Leben im Gleichgewicht und dadurch sowohl Körper als auch Geist klar und rein halten.

In der heutigen Zeit begegnen wir interessanterweise immer häufiger einer etwas anderen Einstellung: Der Geist ist alles und der Körper ist nur dafür da, Spielwiese des Geistes zu sein.

Wenn wir uns nur genug um unseren spirituellen Fortschritt kümmern, dann können wir unsere irdischen Bedürfnisse ruhig vernachlässigen. Nicht körperliche Aktivität schafft Resultate, sondern man braucht nur „richtig“ zu wünschen und dann passiert alles von alleine. Ja, das Ergründen und Verändern von geistigen Ursachen hat auch

Auswirkungen in der materiellen Welt. Das will ich auch gar nicht ignorieren. Was mich irritiert, ist die weit verbreitete Einseitigkeit.

Denn leider erwecken viele Menschen mit dieser Einstellung nicht den Eindruck von gesteigertem Bewusstsein, sondern viel häufiger von gesteigerter Daseinsflucht. Wer von sich selber behauptet, er wäre nur noch „Licht und Liebe“, leugnet in aller Regel doch nur seinen eigenen Schatten – der übrigens umso dunkler wird, je heller das Licht scheint. Es ist für uns unmöglich – auch nicht über eine spirituelle Schiene – uns von uns selbst weg zu entwickeln. Wir treffen doch immer wieder auf uns selbst. Dasselbe gilt für unsere weltlichen Anteile und unser weltliches Umfeld. Wir sind und bleiben Teil des Ganzen mit Leib und Seele.

In allen bekannten naturnahen Lebensweisen und Philosophien ist der Mensch mit seinem Körper der Vermittler zwischen Himmel und Erde. Er besteht aus dem göttlichen Geist in einem irdisch-materiellen Körper. Beides gehört zusammen und hat seine Daseinsberechtigung. Wenn wir uns vom Körper abwenden, erfüllen wir unsere Aufgabe nicht. Wer sich nur darauf konzentriert, sich um die jetzigen und zukünftigen Belange des Geistes zu kümmern, setzt damit unbedingt Ursachen dafür, dass der Körper und die weltlichen Belange früher oder später zu kurz kommen.

Mehr noch: Wer permanent im Geist Ursachen für Veränderung schafft, diese Änderungen aber nicht mit Aktivitäten im eigenen Leben hinterlegt, braucht sich nicht zu wundern, wenn trotz aller Kreation in der „Realität“ nichts ankommt.

Wenn ein Haus gebaut werden soll, braucht man nicht nur einen toll gezeichneten Plan (Geist) und auch nicht nur die passenden Materialien, sondern auch mindestens einen, der anpackt und baut.

Das gilt für die Gesundheit, für die Finanzen und auch für (Lebens-)Partner. Ohne Aktion keine Reaktion. Wenn in dieser Daseinsform etwas gelingen soll, muss es nicht nur beseelt sein, sondern auch „Hand und Fuß“ haben, also körperlich sein. Vor allem aber muss es getan werden.

Die körperlichen und weltlichen Dinge zu vernachlässigen, hat ein bisschen etwas von dem Versuch, Yin und Yang zu trennen. Das geht aber nicht, jedenfalls nicht in dieser Welt.

 

Der Geist ist Yang.
Kümmern wir uns nur um den Geist,
leidet unser Körper.

Der Körper ist Yin.
Kümmern wir uns nur um den Körper, verkümmert unser Geist.



Die Shaolin-Mönche haben aus genau diesem Grund ihre Kampfkunst erfunden. Sie haben irgendwann gemerkt, dass ausschließlich geistige Tätigkeit in eine Sackgasse führt. Deswegen erfanden Sie eine sportliche Betätigung, die auf ihren Wanderungen auch noch hilfreich gegen weltliche Angriffe war. Geist, Körper und Aktion, sind auch hier die Komponenten des vollkommenen Seins.

Möchten Sie, dass es ihnen heute und in Zukunft gut oder besser geht? Da hilft eine einfache Verhaltensweise: Spirituelle Ziele erfordern Handlung auf der spirituellen Ebene; weltlich-körperliche Ziele erfordern Aktivität auf der körperlich-weltlichen Ebene. Beides beeinflusst sich gegenseitig.

Oder wie es der heilige Benedikt formuliert hat: Ora et labora! Bete und arbeite!

Kümmern Sie sich aktiv durch reale Handlungen um Ihre spirituelle und körperliche Gesundheit, um Ihre seelischen und weltlichen Beziehungen und um Ihren inneren und äußeren Wohlstand. Seien Sie der aktive Geburtshelfer für die von Ihnen gewünschte Realität!



 

Jürgen Schnitzler,
Marktstrasse 1, 52445 Titz
ganzheitliche Finanzberatung, Feng Shui

 

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