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Teil 3

Niyamas – Lebensrichtlinien, die uns gut tun

Immer wieder einmal im Alltag inne halten und darüber reflektieren, welche Qualität mein Leben/mein Alltag jetzt hat – das kann für viele Menschen wichtig und hilfreich sein. Das Leben neu anschauen, innere Haltungen, die nicht mehr stimmig sind oder auch äußere Bedingungen ändern – das kann unsere Lebensqualität erheblich verbessern.

Die niyamas, die „inneren“ Verhaltensregeln des Yoga bieten gute Anhaltspunkte für diese Selbstreflektion.

Das erste der niyamas ist „sauca“ – die Reinheit. Diese Qualität bezieht sich erst einmal auf den Körper. Im Yoga und auch im Ayurveda wird es als sehr wichtig erachtet, den Körper nicht nur von außen sondern auch regelmäßig von innen zu reinigen. Dazu werden im Yoga diverse Techniken beschrieben, z.B. für die Reinigung der Atemwege oder die Reinigung des Darms. Im Ayurveda wird die innere Reinigung regelmäßig intensiv in Kurform durchgeführt.  Gemeint ist mit sauca auch die Klarheit und Reinheit des Denkens, das Entwickeln einer positiven, offenen, liebevollen geistigen Haltung.

Die zweite der niyama-Qualitäten ist „samtosa“ – die Zufriedenheit. Bei Patanjali steht dazu übersetzt „Auf Grund von Zufriedenheit erlangt man höchstes Glück“. Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Einverstanden sein mit dem Leben, mit dem, was mir das Leben gibt, macht glücklich und zufrieden. Hilfreich ist eine dankbare Haltung den kleinen Dingen des Lebens gegenüber, die uns oft so selbstverständlich erscheinen.

„Tapas“, das dritte niyama, wird oft übersetzt mit Disziplin oder eifriger Bemühung. Es geht darum, die Dinge, die man im Leben erreichen will, diszipliniert zu verfolgen. Eine andere Bedeutung von tapas ist Hitze oder Glut im Sinne von Reinigung, indem wir auf Denk- oder Verhaltensweisen verzichten, die uns schaden.Ein weiterer Aspekt von tapas/Hitze ist „glühende“ Begeisterung, d.h. die Dinge tun und weiterverfolgen, die uns wirklich begeistern und damit auch unserer inneren Wahrheit entsprechen (s. Praxisvorschlag am Schluß).

Ohne tapas ist Entwicklung kaum möglich.

Im vierten niyama kommt noch einmal das Thema Selbstreflektion: „svadhyaya“ bedeutet Selbststudium, Kenntnis des Selbst. Es wird auch übersetzt mit Lesen/Studieren von inspirierenden Texten, die mich in meiner Entwicklung weiterbringen, auch inspirierende Gespräche, Unterricht und Nachdenken über spirituelle Themen.

Das letzte der niyamas ist „ishvara pranidhana“, das bedeutet wörtlich „sich abgeben an die Göttlichkeit“. Dieses Prinzip kann uns daran erinnern, wie wichtig es ist, aus jeder Art von Ich-Bezogenheit herauszutreten, mit dem Blick auf ein höheres Prinzip, etwas, das größer und umfassender ist als wir selbst. Es kann uns auch erinnern an die Tatsache, dass nicht wir es sind, die entscheiden und die die „Fäden ziehen“, sondern eine universelle oder göttliche Instanz, die das „Netz“ des Lebens spinnt. Für mich ist die Wahrnehmung, dass es eine höhere Macht gibt, eine wunderbare Hilfe, im Alltag um Unterstützung zu bitten und innere Belastungen an das Göttliche abzugeben.

 

Zum Abschluß noch einmal ein Praxisvorschlag zum Thema „tapas“ in der Bedeutung Glut, Hitze, Begeisterung:

Lege Dir Schreibzeug bereit und setze Dich entspannt hin mit der Frage: Welche Themen/Dinge, die ich lebe, begeistern mich? Mache eine Art brainstorming und schreibe alles auf. Als nächstes könntest Du überlegen, ob diese Aspekte den Raum in Deinem Leben bekommen, den Du Dir wünschst, bzw. ob es vielleicht etwas Neues zu finden gibt, das Dich begeistert ...

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